Aasee in Münster

Erste Runde „grenzenlos segeln“ mit Erfolg beendet

Dieter Schönfelder blickt mit einem weinenden Auge und einem lachenden Auge auf den Abtransport des Bootes. "Schade, dass es nun vorbei ist! Es war aber eine sehr gelungene Aktion."

Projekt der Evangelischen Jugend von Westfalen ermöglichte Segelangebot auf barrierefreiem Schiff.

Am Freitag, den 28.08. hatte sich eine kleine Menschenmenge bei einem Einsatz der Feuerwehr am Aasee in Münster versammelt. Zum Zuge kam allerdings nicht der Löschschlauch, sondern der große Kran eines imposanten Einsatzfahrzeuges. Es galt, das 2 Tonnen schwere Segelboot „a. noah“ aus dem in Münster und Umgebung beliebten Naherholungs-See auf einen Boots-Anhänger zu befördern. Das eigens für das Projekt „grenzenlos segeln“ ausgeliehene Schiff ging wieder auf die Reise in seinen Heimathafen nach Dortmund.

Jetzt hieß es auch für Dieter Schönfelder, Geschäftsführer des Jugendreferates des Evangelischen Kirchenkreises Münster, Abschied nehmen. Das Jugendreferat war erster Gastgeber für das Projekt „grenzenlos segeln“. Die Evangelische Jugend von Westfalen lud bei diesem Projekt junge Menschen mit und ohne Behinderung ein, unter professioneller Begleitung kostenfrei zu segeln. Mehr als 300 Personen nutzten das außergewöhnliche Angebot in der Sommerzeit in Münster.
„Die Evangelische Jugend von Westfalen steht dafür ein, dass alle Menschen, unabhängig von ihrer Herkunft, ihrer Behinderung, ihrer Hautfarbe, ihres Geschlechts oder ihrer Schulbildung miteinander spannende und wertvolle Erfahrungen machen können.“, so Schönfelder. „Das ist uns hier in Münster mit dem Projekt und dem besonderen Boot sehr gelungen“.
Besonders ist das Schiff deshalb, weil die a. noah eine Sonderanfertigung ist und es auch Menschen im Rollstuhl ungehinderten Zugang an Deck ermöglicht.

Trotz zwischenzeitlichem Sturm und Regen hieß es an 16 Tagen „Leinen los!“ und die Segel wurden gehisst. Zu Gast auf dem Boot waren Gruppen beispielsweise aus der Behindertenhilfe, Jugendzentren, Förderschulen, Berufskollegs und einer internationalen Begegnungsfreizeit für Menschen mit und ohne Behinderung der Jugendbildungsstätte Nordwalde. In diesem Rahmen konnten auch junge Geflüchtete an einem Segeltörn teilnehmen.

„Das Angebot ist ganz großartig!“ berichtete ein Teilnehmer. „Wir haben immer damit zu kämpfen, dass sobald Rollis im Spiel sind, alles kompliziert wird. Hier ging das alles ganz einfach und wir konnten zusammen eine super Zeit erleben. Toll! und Danke dafür!“

Thorsten Schlüter, Organisator des Projektes vom Amt für Jugendarbeit der Evangelischen Kirche von Westfalen wusste an dem Tag des Abschieds zu berichten, dass das Projekt nicht nur die Gäste auf dem Schiff begeistert hat. „Wir wurden hier in Münster ganz großartig aufgenommen. Zur Umsetzung waren wir auf zahlreiche Unterstützer vor Ort angewiesen. Münster hat unsere Hoffnungen dabei weit übertroffen.  Allen, denen wir unsere Pläne vorstellten, waren sofort begeistert von der Idee und standen uns tatkräftig zur Seite“, so Schlüter.

„Über diese positiven Resonanzen auf das Projekt freuen wir uns sehr“, kommentierte Landesjugendpfarrer der Evangelischen Kirche von Westfalen Udo Bußmann. „Das macht Lust, über eine zweite Runde im Jahr 2016 nachzudenken, in der das Boot erneut seinen Anker in einer westfälischen Stadt wirft.“

01.09.2015

Der Abschied

Die letzten miniten auf den seichten Wellen des Asees in Münster.
Zwei Tonnen in Bewegung.
Mit Unterstützung der Feuerwehr Münster wird das Boot zur Abfahrt auf der Straße bereit gemacht.